Sitzenbleiber in der Schule = Sitzenbleiber im Fahrgeschäft

Hier findet alles seinen Platz, was es an Werbematerial, Prospekten, Plakaten, Souvenirs und anderen Dingen vom Heide-Park gibt, aber auch Medien wie Filme, Trailer, Berichte, Zeitungsausschnitte oder Fernsehsendungen sind hier richtig.

Sitzenbleiber in der Schule = Sitzenbleiber im Fahrgeschäft

Beitragvon Papa » Mo 23. Jul 2012, 12:47

Hallo zusammen,

der Heide-Park hat eine Aktion gestartet, die wohl wieder für negatives Aufsehen sorgen wird. Anbei die Pressemitteilung, die mich heute erreichte:

Sitzenbleiber dürfen sitzen bleiben …

… und zwar in den Achterbahnen des Heide Park Resort: Alle, die das vergangene Schuljahr wiederholen müssen, dürfen auch in Norddeutschlands größtem Familien- und Freizeitpark eine Ehrenrunde nach der anderen drehen.

Soltau. 23. Juli 2012.
Sitzenbleiber dürfen sitzen bleiben! Mit dieser verrückten Aktion möchte das Heide Park Resort allen denjenigen die Sommerferien versüßen, für die das Schuljahr 2011/12 leider nicht so erfolgreich endete. Nicht als Belohnung für schlechte Leistungen sieht Heide Park Geschäftsführer Hannes Mairinger diesen Bonus an, sondern als Motivationsschub. Er erklärt, dass das Heide Park Resort mit eben diesem beabsichtige, den „Sitzenbleibern“ zu ermöglichen, einfach mal den Kopf frei zu bekommen, um dann nach den Ferien mit Vollgas neu durchzustarten. „Eine Ehrenrunde in der Schule ist schließlich schon schlimm genug“, spricht Mairinger, der die fünfte Klasse des Gymnasiums wiederholen musste, aus Erfahrung. „Ganz im Gegenteil zu den Ehrenrunden im Heide Park Resort!“
Alle Schülerinnen und Schüler, die jetzt eine Klasse wiederholen müssen und während der Sommerferien eine entsprechende Zeugniskopie im Service-Center vorlegen, erhalten ein VIP-Bändchen. Dieses berechtigt in Kombination mit einer Tages- oder Jahreskarte zu jeweils einer Ehrenrunde an beliebig vielen Fahrgeschäften. Sitzenbleiber dürfen also sitzen bleiben.


Meine Meinung dazu:
Man sollte, genau wie der Movie-Park, Leistung belohnen und nicht Faulheit. Statt den Sitzenbleibern sollte man dieses "Geschenk" den guten Schülern mit einser oder zweier Schnitt zukommen lassen. Das würde zur Motivation beitragen, im nächsten Jahr mit besseren Leistungen auch in den Genuss zu kommen. Jetzt ist das Zeichen nur: Lass Dich gehen und du bekommst einen Vorteil! Kein gutes Vorbild für die Jugend und heutige Gesellschaft! Mal abgesehen von der Gästegruppe, die man sich damit verstärkt in den Park holt. Und ich als normaler Besucher würde da auch verärgert sein, wenn ich länger anstehen müsste, weil einige Faulpelze mehrmals fahren dürften und ich mich immer wieder neu anstellen muss.

Schöne Grüße
Mathias
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Re: Sitzenbleiber in der Schule = Sitzenbleiber im Fahrgesch

Beitragvon Park-Freak » Mo 23. Jul 2012, 16:34

Jetzt werden noch mehr "coole Macker" mit Sprüchen wie "Alder, Dicker, ey ich fi** dich gleich, was bist du denn für'n homo.." - übrigens alles Zitate aus dem Park gegenüber anderen Gästen oder Mitarbeitern - in den Park strömen. Deutschland schafft sich halt ab.

Scheinbar ist dieses Klientel dem Park am liebsten - krasse Checker die nichts in der Birne haben - bei der Geschäftspolitik meiner Meinung nach aber auch kein Wunder. Mit etwas Hirn im Kopf sollte jeder selbst schnell feststellen, dass in Soltau etwas in die völlig falsche Richtung läuft - ebenso würden Geschäftspraktiken sowie Preisgestaltungen hinterfragt werden. Dies sind halt alles Dinge, die für den Park unbequem sind.

Es sei gesagt, dass nicht alle Sitzenbleiber diesem Klischee entsprechen und meine Ausführungen absichtlich provokant und überspitzt dargestellt sind. Den Kern meiner Aussage meine ich jedoch so, wie ich ihn geschrieben habe.
Lösungen und Tips zu Social-Games auf Facebook findet ihr unter: https://www.youtube.com/user/Daddeldooo/videos?flow=grid&view=1
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Re: Sitzenbleiber in der Schule = Sitzenbleiber im Fahrgesch

Beitragvon Papa » Di 24. Jul 2012, 11:47

Hallo zusammen,

auf Facebook gab es nach dem Bekanntwerden der "Sitzenbleib"-Aktion des Heide-Park eine ganze Reihe an negativen Kommentaren, angeblich bis zu 500. Auch die Presse ist auf die neue Marketing-Aktion des Parks aufmerksam geworden und beurteilt diese ebenfalls durchweg negativ. Hier zwei Beispiele:

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Sollten schlechte Noten auch belohnt werden?
(Text: sophie-kobel)

Gratis Achterbahnfahren für Sitzenbleiber gibt es wirklich, der Porsche für die glatte 4,0 im Abizeugnis hält sich seit Jahren als Gerücht. Welche Abi-Mythen kennst du noch?
Jeder Schüler, der das vergangene Schuljahr wiederholen muss, darf in diesem Sommer im Heide Park Resort kostenlos alle Achterbahnen durchprobieren. Wer eine Kopie von seinem Zeugnis am Eingang abgibt, erhält ein VIP-Bändchen, mit dem man in Kombination mit einer Tages- oder Jahreskarte jeweils eine Runde an beliebig vielen Fahrgeschäften mitfahren darf.

Aktionen wie die "Ehrenrunde" im Heide Park gibt es fast jedes Jahr, meistens richten sie sich aber an Schüler mit besonders guten Noten. Wer mindestens einen Einser im Zeugnis hat, bekommt zum Beispiel am Königssee, Starnberger See, Ammersee und Tegernsee in Begleitung eines vollzahlenden Familienangehörigen eine Freifahrt geschenkt. Beim "Schools over Jam" in München spendiert das Jugendtreff am Biederstein für jede vorgezeigte Eins im Zeugnis eine Kugel Eis.

Fragwürdig ist, wenn schlechte Leistungen belohnt werden. Seit Jahren hält sich das Gerücht, dass jeder Abiturient mit einem Schnitt von exakt 4,0 einen Porsche geschenkt bekommt. Beweise wurden allerdings noch nicht erbracht. Der Züricher Verkehrsbund schenkt den ersten 500 Schülern mit ungenügenden Leistungen einen ZVV-FerienPass. Damit haben sie freie Fahrt mit Zug, Bus, Tram und Bergbahn. Außerdem gratis Eintritt zu über 40 Museen und in den Zoo. Anstatt sich zu langweilen, sollen die Schüler auf spielerische Art und Weise ihr Allgemeinwissen verbessern. Das Heide Park Resort rechtfertigt sein Angebot damit, dass es frustrierend genug ist, wenn man in der Schule durchfällt, und man eine kleine Aufheiterung gut gebrauchen kann. Es sei keine Belohnung, sondern ein Motivationsschub, der die Schüler viel motivierter in das neue Schuljahr starten lässt, sagte der Geschäftsführer Hannes Mairinger.

Welche Abi-Mythen kennst du noch? Was hältst du von der Idee mit den Achterbahn-Freifahrten? Sollten Sitzenbleiber die Sommerferien besser mit Lernen verbringen? Wie sollten deiner Meinung nach Schüler belohnt werden? Sollen sowohl gute als auch schlechte Noten belohnt werden oder steht ausschließlich den guten Schülern eine Belohnung zu? Oder wäre es gerechter, solche Aktionen ganz abzuschaffen?

(c) Süddeutsche Zeitung
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Der Marketing-Flop der Woche: Die Achterbahn-Sitzenbleiber im Heide-Park
(Veröffentlicht am 24.07.2012 / Lukas von Loeper)

Innerhalb von fünf Stunden auf Facebook 500 negative Kommentare zu einer Marketing-Idee zu erhalten ist schon eine reife Leistung. Dafür eine „Setzen, sechs“!

Das hatte man sich in der Marketing-Abteilung des Freizeitparks Heide-Park so schön ausgedacht: Mit einer "verrückten Aktion" (Zitat aus der Pressemitteilung) wollte man in den Ferienmonaten für Aufsehen sorgen. Doch in diesem Fall setzt sich „Aufsehen“ wohl eher aus „Aufregung“ bei der Zielgruppe und „Nachsehen“ beim Freizeitpark zusammen. Was ist geschehen?

Immer mal wieder gibt es in „Norddeutschlands größtem Familien- und Freizeitpark“ (Eigenwerbung) mehr oder weniger pfiffige Rabatt-Aktionen, so zahlten Hamburger Schüler beispielsweise am ersten Tag der Sommerferien einen Eintrittspreis abhängig von der Jahrgangsstufe: Achte Stufe = acht Euro usw. Doch was nun als Sommer-Aktion breit beworben wird, geht auch den eingefleischten Achterbahn-Fans einen Schritt zu weit in die verkehrte Richtung: Sitzenbleiber werden belohnt! Wer die Kopie seines Zeugnis vorlegt, aus dem hervorgeht, dass er das Schuljahr wiederholen muss, erhält eines der begehrten VIP-Bändchen, was zum „Sitzenbleiben“ in der Achterbahn berechtigt.

Ehrenrunde in der Achterbahn für faule Schüler?
Bitte nicht missverstehen: Nicht jeder „Sitzenbleiber“ in der Schule ist dumm oder faul. Aber so wird diese Marketing-Aktion verstanden und interpretiert, dass sich nämlich Faulheit lohnt. Die Reaktion der Freizeitpark-Fans ist so einig wie selten, der Tenor stets der gleiche. Kleiner Auszug aus den Facebook-Kommentaren: Schwachsinnig, unfair, makaber, fragwürdig, lächerlich, bekloppt, saublöd, bescheuert...

Die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden. Zwar betont der Geschäftsführer des Parks in der Pressemitteilung, dass diese Aktion mitnichten „als Belohnung für schlechte Leistungen“ anzusehen sei, eher als „Motivationsschub“, um „einfach mal den Kopf frei zu bekommen, um dann nach den Ferien mit Vollgas neu durchstarten“ zu können, aber diese Botschaft kommt bei der Zielgruppe nicht an.

Marketing-Idee trifft Realität: Der Faktencheck
Als „Sitzenbleiber“ erhält man also während der gesamten Sommerferien-Zeit ein VIP-Bändchen im Heidepark. Dies bedeutet konkret, dass man, nachdem man je nach Besucheraufkommen ein bis zwei Stunden für eine Fahrattraktion angestanden hat, nach der Fahrt einfach sitzen bleiben darf und erneut die Achterbahn fahren darf. Dadurch erhöht sich die Wartezeit der anderen Parkbesucher, die entweder schon lange dem Schulalter entwachsen sind oder aber mit dem Zeugnis ihre Versetzung erhalten haben. Wer schon mal unter brütender Sommersonne zwei Stunden auf die Fahrt im Colossos, der schnellsten und höchsten Holzachterbahn der Welt, gewartet hat und demnächst freudig strahlende „Schulversager“ sieht, die mit dem VIP-Bändchen wedeln und eine Ehrenrunde drehen dürfen, der kann den Ärger verstehen.

Die Botschaft: Leistung lohnt sich nicht?
Es ist die „Botschaft“, die den Ärger verursacht: Leistung lohnt sich nicht. Fleißige Schüler fühlen sich benachteiligt, und wer stets brav gelernt hat, der hat nun auf einmal das Nachsehen. Der versprochene „Motivationsschub“ dürfte im sandigen Boden der Lüneburger Heide versickern. Dass es auch anders geht, beweist übrigens der Movie Park in Bottrop-Kirchhellen: Dort werden Einser-Schüler mit freiem Eintritt belohnt.

(c) marketing-fish.de
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Re: Sitzenbleiber in der Schule = Sitzenbleiber im Fahrgesch

Beitragvon Papa » Mi 25. Jul 2012, 11:17

Hallo zusammen,

auch das Hamburger Abendblatt hat sich der "verkehrten Welt" des Heide-Park angenommen und einen Artikel geschrieben:

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Sitzenbleiber in der Achterbahn
(25.07.2012, 06:00 Uhr / Eine Glosse von Alexander Sulanke)

Das Leben ist manchmal wie eine Achterbahnfahrt. Gerade bist du noch ganz unten, doch schon geht's nach oben, neue Horizonte tun sich auf. Und plötzlich, hinter der nächsten Kurve, ist wieder eine Perspektive da. Für den Schüler zum Beispiel, der die Versetzung in die nächste Klasse verpasst hat: Er darf jetzt noch mal. Darf sitzen bleiben (während alle anderen raus müssen aus der Achterbahn). Das haben sich die Erfinder des Aussteigens und Anstehens ausgedacht, die Verantwortlichen im Heide-Park in Soltau.

Eine tolle Aktion. Endlich wird schlechte Leistung belohnt! Und "eine Ehrenrunde drehen" bekommt mit einem Mal eine ganz heitere Bedeutung. "Kleben bleiben" funktioniert im Heide-Park natürlich auch: Auf irgendeiner Sitzbank vor irgendeinem Imbiss wird sich schon ein Klecks halb angetrocknete Mayonnaise finden lassen. Aber das gehört nicht direkt zum Schüler-Trostprogramm.

Das VIP-Bändchen fürs Handgelenk hingegen schon. Das ist nämlich die Lizenz zum Sitzenbleiben. VIP - wie Versetzung ist problematisch. Wie gut, dass Achterbahn fahren auch intellektuell fordert: Wenn die Colossos-Strecke 1344 Meter lang ist und eine Tour zwei Minuten und 23 Sekunden dauert - wie hoch ist dann die Durchschnittsgeschwindigkeit in km/h? Und wie vielen Metern pro Sekunde entspricht das?

Das Leben ist manchmal wie eine Achterbahnfahrt: Wer das Ergebnis noch nicht weiß, bleibt einfach sitzen.

(c) Hamburger Abendblatt
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Re: Sitzenbleiber in der Schule = Sitzenbleiber im Fahrgesch

Beitragvon Trulla » Fr 26. Apr 2013, 08:10

Wie heißt es so schön: Hauptsache in den Nachrichten :(
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